10Gbit-Netzwerkkabel und 400V-Drehstromleitung ( z.B. 16A für Wallbox) aus dem Sicherungskasten bzw. Serverschrank in einem durch verlegen – klingt nach effizienter Platzersparnis, besonders wenn Kabelkanäle und Unterputzführungen begrenzt sind.

Anwendungsfall: Vom Sicherungskasten/Serverschrank aus müssen verschiedene Leitungen in einen zusätzlichen Büroraum im Homeoffice: 5 Cat6A/Cat7-Kabel für 10Gbit/s (hohe Bandbreite für NAS/Server/Office-Nutzung) und eine 400V-Leitung für die Vorbereitung einer Wallbox in der Doppeltgarage darüber. Der Elektriker übernimmt Wallbox-Anschluss, aber die Verlegung.

Drehstrom- und Netzwerkkabel – Absolute Trennung ist Pflicht.

Nach DIN VDE 0100-520 (Errichtung von Niederspannungsanlagen) müssen Spannungsbereiche getrennt werden:

  • Bereich I: ≤ 50V (Ethernet LAN gehört hier rein).
  • Bereich II: > 50V bis 1000V (400V Drehstrom).

Im selben Kabelkanal oder Rohr ist das verboten, da bei Defekt (Kurzschluss, Blitzeinschlag) Überspannung auf das LAN-Kabel überspringt – Folge: Brandgefahr oder defektes Netzwerkhardware. Unterputz ist noch kritischer, weil nachträgliche Wartung fehlt.

400V/16A erzeugt starke elektromagnetische Interferenzen (EMI). Bei 10Gbit (hohe Frequenzen >10 GHz) führt das zu:

  • Bitfehlern und Paketverlusten (bis zu 50% Geschwindigkeitsverlust über 30m).
  • Crosstalk zwischen Adern im LAN-Kabel.
  • Jitter bei Server/NAS-Übertragungen (z.B. Synology-Backups).

Selbst abgeschirmte S/FTP-Kabel (mit geerdetem Schirm) helfen nur bedingt – sie lösen nicht die VDE-Trennung.

Die Lösung – Aufputz:

  • Getrennte Kanäle/Rohre.
  • Strom: Eigener Kabelkanal oder PVC-Rohr.
  • LAN: Separater Kanal, idealerweise mit abschließbarem Deckel.

Die Lösung – Unterputz:

  • Separate Fräsewege oder Rohre (Ø16-20mm für LAN, Ø25mm+ für Strom).
  • Abstand >5cm in der Wand. (Besser mehr als 5 cm)

Problem gelöst! 🙂